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Innere Antreiber

SELBST-TEST

Reisender im Zug

Innere Antreiber

„Sei perfekt!“, „Mach schneller“ oder „Sei stark“… wer von uns hat so etwas noch nicht im inneren Dialog zu sich selbst gesagt?

 

Fast jeder Mensch folgt diesen oder ähnlichen Leitgedanken, deren Ausprägung sich unter Stress teilweise noch erheblich verstärkt.

 

Was wir dann erleben, das sind die inneren Antreiber in Aktion. Persönlichkeitseigenschaften, die ausgeprägt auf unser Denken, Fühlen und Handeln Einfluss nehmen.

 

Sie zeigen sich besonders bei Stress und führen zu ungünstigem Arbeitsverhalten, wobei sie manchmal auch erst der Auslöser für Stress sein können. Seine eigenen Antreiber zu erkennen und mit ihnen umgehen zu können führt zu höherem Wohlbefinden und stressfreierem Leben.

Was sind die inneren Antreiber?

Innere Antreiber treiben uns von innen heraus an und lösen bestimmte Verhaltensweisen aus. Sie beruhen auf Glaubenssätzen, die wir teilweise so stark verinnerlicht haben, dass sie uns nicht offensichtlich bewusst sind.

 

Von der Theorie in den Alltag

Das Modell der inneren Antreiber ist Bestandteil der Transaktionsanalyse (TA), die in den 1950er und 60er Jahren von Eric Berne und Thomas Harris begründet wurde. Bei der TA geht es im Ursprung um die Erforschung psychischer Krankheiten und Störungen in Kommunikation und Kooperation. Dabei sollen die inneren Haltungen und Einstellungen von Menschen bezogen auf die Handlungen im Umgang miteinander (die „Transaktionen“) analysiert werden.

 

Taibi Kahler entwickelte darauf aufbauend im Jahre 1977 das Modell der inneren Antreiber. Seine Beobachtungen zeigten, dass Menschen bestimmte Verhaltensgewohnheiten haben und zu manchen eher neigen als zu anderen. Diese Verhaltensweisen wurden in fünf Typologien zusammengefasst – die inneren Antreiber.

 

Was in der Theorie abstrakt klingt, zeigt sich im Alltag häufig sehr deutlich. Dort benennen wir diese Verhaltensweisen meist einfach nur anders. Wer kenn ihn nicht, den „Strahlemann“ im Freundeskreis, die „Perfektionistin“ im Team oder den „Hektiker“. Diese Zuschreibungen basieren auf den inneren Antreibern, die am stärksten ausgeprägt sind und sich deutlich im Umgang mit anderen und sich selbst zeigen.

 

Die fünf inneren Antreiber

 

Das sind die fünf inneren Antreiber:

 

Sei stark!

Sei perfekt!

 

Mach es allen recht!

 

Streng Dich an!

 

Mach schnell!

 

Nach Kahler besitzt jeder Mensch alle Antreiber. Einer von ihnen ist meistens besonders aktiv oder sehr stark ausgeprägt. Das ist dann der sogenannte „Primärantreiber“. Dabei sind wir nicht dauerhaft angetrieben, vielmehr zeigt sich der stärkste Antreiber in stressigen Situationen oder im Zusammenhang mit anderen Menschen.

 

Die Entwicklung der Antreiber liegt meist in der Kindheit. Dort werden schon früh bestimmte Verhaltensweisen gelernt und Glaubenssätze verinnerlicht.

 

Zum Beispiel entwickelt jemand, der in der Kindheit oft „Ein Indianer kennt keinen Schmerz“, „Gefühle zeigen ist eine Schwäche“ oder „Nur die Harten kommen in den Garten“ gehört hat, sehr wahrscheinlichen einen besonders aktiven „Sei stark!“-Antreiber.

Welche inneren Antreiber beeinflussen Sie? Machen Sie jetzt den Selbst-Test...

Die Tabelle zeigt Ihnen, welche positiven Eigenschaften die inneren Antreiber fördern, und was passiert bei zu viel Antrieb.

MerkPunkte-Antreiber und Erlauber_Seite_

Stress durch innere Antreiber lösen

Innere Antreiber werden besonders durch stressige Situationen ausgelöst und verursachen darüber hinaus zusätzlichen Stress. Wenn es uns gelingt unseren Stress bewusster zu regulieren, dann können wir besser mit unseren persönlichen Antreibern umgehen.

 

Aktive Antreiber wahrnehmen

Der erste Schritt Stress zu regulieren ist, ihn erst einmal wahrzunehmen. Dafür brauchen wir die Fähigkeit der Selbstwahrnehmung. Bei der Selbstwahrnehmung geht es zum einen darum sich körperlich gut wahrnehmen zu können. Denn Stress hat im Regelfall gut wahrnehmbare Auswirkungen auf den Körper. Diese lassen sich häufig sehr leicht erkennen.

 

Die One-Minute-Meditation ist eine Übung, die im Alltag relativ einfach umzusetzen ist. Dabei tun Sie 60 Sekunden nichts, außer Atmen. Diese einminütige bewusste Ruhepause ist hilfreich, um sich mehr auf den Körper zu konzentrieren. Wenn wir Anspannungen im Körper fühlen, die Gedanken rasen oder die Atmung schneller ist als gewohnt, dann sind das Anzeichen für Stress.

 

Im nächsten Schritt ist es wichtig die Selbstwahrnehmung ist zu überprüfen, und zu ergründen welches Bedürfnis gerade erfüllt werden soll. Dazu können wir unserer Motivation auf den Grund gehen. Welches Ziel soll mit dem aktuellen Verhalten erreicht werden? Und welche Bedeutung hat die Erreichung des Ziels?

 

Antreiber durch Erlauber ablösen

Erlauber sind neue Glaubenssätze, die den Zwang des Antreibers ablösen. Jeder innere Antreiber hat solche‚ gegengerichteten Glaubenssätze‘, die Druck und Belastung entfernen. Die folgenden Erlauber sind Beispiele für aktive Antreiber.

 

Sei stark:

Ich darf meine Wünsche mitteilen

Ich darf um Hilfe bitten

Ich darf anderen vertrauen

Ich darf Gefühle zeigen

 

Sei perfekt:

Ich bin wertvoll und gut genug so, wie ich bin

Ich darf Fehler machen. Ein Fehler ist ein „Ja“ zu meiner Menschlichkeit

Ich gebe mein bestes und das ist gut genug

 

Mach es allen recht:

Meine Bedürfnisse und Wünsche sind mir auch wichtig

Ich habe die längste Beziehung mit mir selbst

Ich darf „Nein“ sagen

 

Streng dich an:

Es darf auch leicht gehen

Meine Kraft gehört mir

 

Mach schnell:

Ich darf mir Zeit nehmen

Meine Zeit gehört mir

Ich darf mich regenerieren und Pausen machen

Gras wächst auch nicht schneller, wenn man daran zieht

 

Die inneren Antreiber begleiten uns schon sehr lange. Verhaltensmuster zu verändern braucht viel Zeit. Es braucht viel Aufmerksamkeit und Übung, um die eigenen inneren Antreiber zu erkennen. Die besondere Herausforderung liegt jedoch darin, sich die Erlaubnis zu geben sich von ihnen zu lösen. Dafür brauchen wir Geduld und Übung, um bisher trainierte Muster wieder aufzulösen. Mit Geduld, Übung und Wertschätzung sich selbst gegenüber schaffen wir es, Stress zu regulieren und den inneren Stimmen herzlich „Auf Wiedersehen“ zu sagen.

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