Wenn du intern nicht vermarktest, vermarktet der Flurfunk
- Jörg Tausendfreund
- 25. Feb.
- 9 Min. Lesezeit

Warum ReOrgs nicht an Organigrammen scheitern – sondern an Akzeptanz, Adoption und dem Montagmorgen danach
Hallo, meine lieben ReOrg‑Überlebenden!
Hier ist wieder euer Jörg Tausendfreund, Projekt-Stratege und der Mann, der schon so viele „neue Strukturen“ gesehen hat, dass ich Organigramme inzwischen als eine Art künstlerische Fantasieform betrachte.
Hübsch anzuschauen. Selten alltagstauglich.
Und ich starte heute mit einem Satz, der weh tut, aber Leben rettet (zumindest Projektleben):
Wenn du intern nicht vermarktest, vermarktet der Flurfunk – und der ist selten auf deiner Seite.
Das ist kein Spruch aus einem Marketingseminar. Das ist Projekt‑Realität. Und zwar besonders bei Reorganisationen, OE‑Initiativen, „New Work“, neuen Rollen, neuen Schnittstellen – also bei allem, was Menschen nicht nur anders arbeiten lässt, sondern auch an ihrem Status, ihrer Sicherheit und ihren Routinen rüttelt.
Die Szene, die du kennst: Montagmorgen, 07:05 Uhr, Kaffeemaschine
Ich male dir das Bild, damit du sofort weißt, warum ich dieses Thema so ernst nehme:
Montag, 07:05 Uhr, Kaffeemaschine.
Einer sagt: „Habt ihr das neue Organigramm gesehen? Ab nächstem Monat gibt’s Team X nicht mehr.“
Der Nächste: „Heißt das, wir werden versetzt?“
Der Dritte: „Die bauen Stellen ab. Ganz sicher.“
Und plötzlich ist deine Reorganisation nicht mehr „eine Initiative“, sondern eine Story im Flurfunk.
Und jetzt der Punkt, den viele Projektleitungen unterschätzen:
Unsicherheit ist kein Charakterfehler. Unsicherheit ist ein menschlicher Reflex.
Wenn du diese Unsicherheit nicht mit Klarheit füllst, füllt sie jemand anderes. Mit Gerüchten. Mit Deutung. Mit Angst. Mit Zynismus.
Willkommen im Projektmarketing.
Projektmarketing? Nein, das ist keine Manipulation.
Das ist Risikomanagement.
Ich weiß, „Marketing“ triggert manche Menschen wie ein Bohrer beim Zahnarzt. Deshalb sage ich es gleich so, wie ich es meine:
Projektmarketing ist Erwartungsmanagement, Sinnstiftung und Beziehungsarbeit – entlang deines Projekts.
Nicht Hochglanz. Nicht PR. Nicht „wir verkaufen jetzt Change wie Waschmittel“.
Projektmarketing ist…
Teil von Projektmanagement (kein Add‑on „wenn noch Zeit ist“)
Übersetzung: vom Projektziel zur Antwort „Was heißt das für mich – morgen um 9?“
Schutzschild gegen Gerüchteküche, passiven Widerstand und „Nutzung pro forma“
Beziehungsmanagement zu Stakeholdern – aktiv, nicht zufällig
Projektmarketing ist nicht…
Krisen‑PR (wenn’s brennt, musst du erst stabilisieren, dann reden)
Hochglanz ohne Substanz (wenn Botschaft und Realität auseinanderlaufen, verlierst du Vertrauen)
Manipulation (echte Kommunikation hält Kritik aus und benennt Unsicherheiten)
Und jetzt die unbequemste Wahrheit des Tages:
Viele Organisationen sind erstaunlich gut darin, Projekte zu liefern. Und erschreckend schlecht darin, dafür zu sorgen, dass Ergebnisse angenommen, genutzt und im Alltag verteidigt werden.
Ich nenne das den „Delivery‑Irrtum“.
Delivery ist billig. Adoption ist die Arbeit.
„Fertig“ ist im internen Projektkontext oft nur ein Wort für: „Wir haben jetzt ein Organigramm/ ein Tool/ einen Prozess.“
Die echte Frage ist:
Wird es akzeptiert?
Wird es genutzt?
Bleibt es stabil, wenn der Projekttrubel vorbei ist?
Reorgs sind keine Excel‑Übungen. Sie verändern Routinen, Rollen, Status – manchmal Macht. Und Menschen reagieren darauf nicht primär mit Logik, sondern mit Erfahrung, Bauchgefühl und Selbstschutz.
Wenn du das nicht einkalkulierst, wird dein Projekt „fertig“ – und trotzdem wirkungslos.
Zwei Modelle, die dir die Realität erklären, bevor sie dich überrollt
Ich gebe dir heute zwei Modelle, die zusammen erstaunlich gut funktionieren. Und nein: Du brauchst kein Kommunikations‑Feuerwerk. Du brauchst ein einfaches System, das du konsequent nutzt.
1) Das Projektmarketing‑Quadrat: Vier Hebel, sonst wackelt’s
Akzeptanz und Adoption entstehen aus vier Hebeln:
Sinn
Warum machen wir das?
Warum jetzt?
Wie sieht das Zielbild aus?
Fehlerbild: „Hier ist das neue Organigramm.“ Besser: „Hier ist das Problem, das wir lösen, und das bleibt gleich – damit niemand seine Existenz am Aushang ausdeutet.“
Beziehung
Wer glaubt dir eigentlich?
Wer beeinflusst wen?
Wo entstehen Gerüchte?
Fehlerbild: Du kommunizierst „an alle“ – und übersiehst die inoffiziellen Meinungsführer.
Besser: Du baust ein Botschafter‑Netzwerk aus den Bereichen, die am meisten betroffen sind. Nicht als Cheerleader‑Truppe, sondern als Frühwarnsystem.
Beweis
Woran sieht man Wirkung?
Welche Quick Wins gibt’s?
Welche Zahlen zählen?
Fehlerbild: „Ihr werdet schon sehen, dass es besser wird.“
Besser: Zwei bis drei sichtbare Effekte – und zwar nicht als KPI‑Porn, sondern als nachvollziehbare Realität: weniger Rückfragen, schnellere Entscheidungen, weniger Reibung.
Befähigung
Können sie es?
Gibt’s Training, Guides, Unterstützung im Alltag?
Fehlerbild: Schulung als PowerPoint‑Event.
Besser: Unterstützung „im Alltag“ – Floor Support, kurze Guides, Ansprechpartner, Nachziehen bis Nutzung stabil ist.
Und jetzt ein Satz, den du dir an den Monitor kleben darfst:
Wenn einer der vier Hebel fehlt, wird’s wackelig.
2) Die Adoption‑Leiter: Warum die meisten Projekte zwei Stufen zu früh aufhören
Viele Teams kommunizieren bis zur Stufe „Aufmerksamkeit“. Dann wundern sie sich, warum niemand es nutzt. Die Adoption‑Leiter erinnert dich daran:
Adoption ist eine Kette – und Ketten reißen am schwächsten Glied.
Die Stufen sind (ganz simpel):
Aufmerksamkeit – „Ich hab’s gehört.“
Verständnis – „Ich kapiere es.“
Akzeptanz – „Ich sehe Sinn.“
Nutzung – „Ich mache es.“
Verstetigung – „So arbeiten wir.“
Wenn du nur auf Stufe 1–2 arbeitest (Newsletter, Townhall, Folien), bekommst du genau das, was du verdienst:
Menschen, die nicken – und danach weitermachen wie bisher.
Die 3 Mythen, die Projekte zuverlässig teuer machen
Mythos 1: „Dafür haben wir keine Zeit.“
Doch. Ihr habt nur keine Zeit eingeplant. Das ist etwas anderes. (Und ja: Das ist eine Entscheidung.) Projektmarketing kostet Zeit. Kein Projektmarketing kostet später deutlich mehr: Eskalationen, Schattenprozesse, Nacharbeit, Training „on the job“ ohne Plan – und ein Go‑live, der sich wie ein schlechter Witz anfühlt.
Mythos 2: „Die Leute sollen sich nicht so anstellen.“
Das ist der Satz, mit dem Organisationen Widerstand produzieren – und dann überrascht sind. Menschen „stellen sich“ selten „an“. Sie reagieren auf Unklarheit, Zusatzlast, Kontrollverlust oder Statusbedrohung. Wer das abwertet, bekommt nicht weniger Probleme – sondern weniger Ehrlichkeit.
Mythos 3: „Wir haben doch informiert.“
Ein Newsletter ist ein Ereignis. Kommunikation ist ein Prozess. Und Akzeptanz ist ein Ergebnis. Eine Townhall ist eine Bühne – aber kein Dialog. Wer einmal informiert und dann erwartet, dass alle „es jetzt halt machen“, verwechselt Senden mit Verstehen.
Der liebevolle Spiegel fürs Management: Sponsoring ist ein Erfolgshebel – nicht Deko
Jetzt kommen wir zu dem Teil, den viele Projektleitungen im Stillen denken, aber selten laut sagen:
Reorgs scheitern selten an der Projektleitung. Sie scheitern an unsichtbarem Sponsoring.
Ein Sponsor, der nur Folien abnickt, ist kein Sponsor. Ein Sponsor ist ein Vertrauensarchitekt. Er ist derjenige, der Priorität, Richtung und Konfliktlösung sichtbar macht – damit nicht du als Projektleitung die gesamte politische Reibung schlucken musst.
Und nein, das ist keine „Führungskräfte‑Romantik“. Sponsoring ist messbar ein Erfolgshebel. In Change‑Best‑Practice‑Forschung gibt es dramatische Unterschiede je nachdem, wie wirksam ein Sponsor agiert.
Sponsor‑Script – die Minimum‑Version, die wirkt
(5 Minuten pro Woche)
Ziel: nicht „motivieren“. Ziel ist Klarheit + Vertrauen + Priorität.
A) Das 5‑Minuten‑Statement (jede Woche)
Warum ist das wichtig (für Kunden/Qualität/Tempo)?
Was ist seit letzter Woche passiert (1–2 Fakten)?
Was passiert als Nächstes (nächste 14 Tage)?
Was heißt das für euch (morgen um 9)?
Was ist noch offen – und bis wann wissen wir mehr?
Wo gibt es Hilfe / wo kommen Fragen hin?
Was erwarte ich konkret – und wozu stehe ich als Sponsor?
B) Drei Sätze, die Vertrauen bauen
„Ich übernehme die Verantwortung für die Richtung – und ich erwarte, dass wir Probleme offen ansprechen, statt sie im Flurfunk zu lösen.“
„Wenn du unsicher bist: Frag. Wir antworten – auch wenn die Antwort manchmal ‚noch nicht‘ heißt.“
„Ich halte euch über Fortschritt und Entscheidungen regelmäßig auf dem Laufenden – nicht nur bei Meilensteinen.“
C) Drei Sätze, die Vertrauen töten
(bitte vermeiden, auch wenn sie verlockend sind)
„Dafür haben wir keine Zeit.“
„Das steht alles im Intranet.“
„Da müsst ihr jetzt einfach durch.“
D) Antwort‑Formel für harte Fragen
Was wir wissen (Fakten)
Was wir noch nicht wissen (ehrlich)
Wann wir es wissen werden (Datum/Meilenstein)
Was bis dahin gilt (Übergangslösung)
Wo Fragen hin können (Dialog statt Gerücht)
Merksatz: Sponsoring ist kein Applaus‑Job. Es ist Konflikt‑Arbeit.
ReOrg‑StoryPack:
Drei Gerüchte, die in KMU fast immer auftauchen
Jetzt wird’s praktisch. Denn du wolltest ReOrg als Story‑Träger – und ich liefere dir die drei Klassiker, die ich in Mittelstand/Produktion so oft sehe, dass ich sie fast auf T‑Shirts drucken könnte. (Mach ich nicht. Noch nicht.)
ReOrg‑StoryPack – Gerücht → Reaktion → Projektfehler → Marketing‑Fix
Story 1: „Das ist Stellenabbau in Tarnung.“
Gerücht: „Die bauen die Abteilung nur um, damit sie in 6 Monaten Leute rauswerfen können.“
Reaktion: Top‑Performer schauen sich um, Führungskräfte halten Infos zurück („bloß nichts sagen“), Stimmung kippt in Zynismus.
Projektfehler: Vage Kommunikation, kein klares „Was ist entschieden – was ist offen?“, Sponsor taucht nur bei Folienabnahme auf. Townhall ersetzt Dialog.
Marketing‑Fix: Sponsor benennt die Realität in Klartext: Ziel, was bleibt gleich, was ist offen – und bis wann wissen wir mehr. Dazu: Entscheidungslandkarte (Fix/Offen), Q&A‑Kanal mit echten Antworten, kleine Bereichsrunden statt Bühne.
Story 2: „Die da oben haben’s eh schon beschlossen.“
Gerücht: „Beteiligung ist Theater. Die brauchen nur unser Okay.“
Reaktion: Rückzug, Minimal‑Input, passiver Boykott („Ja, machen wir…“ – und dann passiert nichts).
Projektfehler: Workshops ohne sichtbaren Einfluss, Entscheidungen parallel im Managementkreis, Feedback verschwindet, keine Rückkopplung.
Marketing‑Fix: Beteiligung designen wie ein Produkt:
Klare Fragen (worüber entscheidet ihr mit?)
Sichtbare Rückkopplung (Decision Log)
Schnelle Mini‑Entscheidungen öffentlich machen und: Kritiker bewusst einladen – als Realitätscheck, nicht als Show.
Story 3: „Mehr Kontrolle – weniger Freiheit.“
Gerücht: „Jetzt wird alles zentral. Wir dürfen nichts mehr entscheiden.“
Reaktion: Revierkämpfe, Schnittstellenkrieg, Verzögerung („erst mal klären“), es wird politisch statt sachlich.
Projektfehler: Reorg wird als Struktur‑Übung verkauft (Organigramm), nicht als Entscheidungs‑ und Zusammenarbeitsmodell. Rollen unklar, Spielregeln fehlen, Konfliktlösung unbenannt.
Marketing‑Fix: Erkläre die Reorg über Entscheidungen: Wer entscheidet was? Wie eskalieren wir? Welche Prinzipien gelten? Und dann: 2–3 Alltagsszenarien („morgen um 9“), damit Menschen verstehen, was sich wirklich ändert.
Wenn du nur eine Sache mitnimmst: Mach Gerüchte früh zu einem offiziellen Thema – sonst werden sie zur inoffiziellen Wahrheit.
Praxisteil: Wie du Akzeptanz und Adoption wirklich baust (ohne Theater)
Jetzt kommt der Teil, den du als Projektleitung wirklich brauchst: ein Weg, der machbar ist. Nicht als 60‑seitiges Playbook, sondern als klare Routinen.
1) Bau Sinn, bevor du Struktur verteilst
ReOrg‑Botschaften, die nur aus Organigrammen bestehen, sind wie Bauanleitungen ohne Bild.Du brauchst zwei Antworten, die immer wiederholbar sind:
Warum jetzt? (Auslöser + Dringlichkeit in 2–3 Sätzen)
Was bleibt gleich? (damit Menschen nicht alles als Bedrohung lesen)
Wenn das fehlt, reparierst du wochenlang Missverständnisse, die du selbst erzeugt hast.
2) Mach Beziehung sichtbar: Botschafter statt Broadcast
Ein Botschafter‑Netzwerk klingt nach „Change‑Chor“. Ich meine etwas anderes:
Menschen, die…
nah an der Realität sind,
Dinge früh hören,
Feedback geben,
Gerüchte abfangen,
und in kleinen Runden glaubwürdig sind.
Nicht „die Lautesten“, sondern die Einflussreichen.
3) Beweis liefern: sichtbare Wirkung statt Glaubenskrieg
Du brauchst keine Monster‑Umfrage. Du brauchst wenige, klare Signale. Zum Beispiel:
3 Pulsfragen:
Verstehen die Leute, wozu das gut ist?
Fühlen sie sich informiert und gehört?
Trauen sie sich zu, es im Alltag zu tun?
5 harte Signale: Nutzung/Adoption (wo relevant), Tickets/Fehler, Durchlaufzeiten/Qualität, Trainingsteilnahme + „kann ich’s?“, Gerüchte/Widerstand (Themen & „Hitze“)
Wichtig: Das ist kein Kontrollinstrument gegen Mitarbeitende. Das ist ein Frühwarnsystem für dich.
4) Befähigung: „Können schlägt PowerPoint“
Bei ReOrg heißt Befähigung oft:
klare Spielregeln
klare Eskalationswege
klare Rollen
und konkrete Alltagsszenarien („morgen um 9“)
Wenn du das nicht lieferst, entsteht die nächste Flurfunk‑Story: „Die wollen nur, dass wir irgendwie klarkommen.“
5) Rhythmus schlägt Einmal‑Kommunikation
Ein Newsletter ist ein Ereignis. Kommunikation ist ein Prozess. Darum: Bau dir einen Rhythmus, der klein genug ist, um machbar zu bleiben.
Ein Beispiel, das in KMU erstaunlich gut funktioniert:
Wöchentlich: kurzer Update‑Takt (Fortschritt, offene Punkte, nächste Entscheidungen)
14‑tägig: Führungskräfte‑Runde mit Sponsor
Kleine Dialogformate: Bereichsrunden statt Bühne
Skeptiker gezielt: 1:1, Bedenken verstehen + konkrete Entlastung
Und ja: Das ist Arbeit. Aber es ist Arbeit, die dir Wochen an Rechtfertigung und passivem Widerstand spart.
Der einfache Selbstcheck:
10 Ja/Nein‑Fragen zu Akzeptanz & Adoption
Mach ihn nicht allein. Mach ihn im Kernteam – und wenn du mutig bist, mit Sponsor und zwei Führungskräften aus der Linie.
Ja/Nein: Können wir „Warum jetzt?“ in zwei Sätzen erklären – ohne Buzzwords?
Ja/Nein: Können wir „Was bleibt gleich?“ genauso klar sagen wie „Was ändert sich?“
Ja/Nein: Haben wir sichtbar gemacht, was entschieden ist und was noch offen ist (Fix/Offen)?
Ja/Nein: Gibt es einen echten Dialogkanal mit Antworten (nicht nur eine Info‑Bühne)?
Ja/Nein: Haben wir ein Gerüchte‑Radar (wissen wir, wo es gerade „munkelt“)?
Ja/Nein: Gibt es ein Botschafter‑Netzwerk oder vergleichbare Multiplikatoren in den betroffenen Bereichen?
Ja/Nein: Haben Führungskräfte eine gemeinsame Story – oder interpretieren sie „frei“?
Ja/Nein: Unterstützen wir die Umsetzung im Alltag („morgen um 9“) mit konkreten Szenarien, Regeln und Hilfe?
Ja/Nein: Misst ihr Adoption mit wenigen Signalen – oder hofft ihr, dass es schon „irgendwann“ passiert?
Ja/Nein: Bleibt der Sponsor nach dem „Go‑live“ dran, bis Nutzung und Zusammenarbeit stabil sind?
Dein Call-to-Action: Mach den Check mit deinem Team. Nicht für die Punktzahl – für die Gespräche, die ihr sonst zu spät führt.
Fazit: Projektmarketing ist kein Extra.
Es ist das Sicherheitsnetz deiner Wirkung.
Interne Projekte scheitern selten an Technik oder Methoden. Sie scheitern an Psychologie, Alltag und Kommunikation.
Oder anders gesagt:
Du kannst eine ReOrg liefern. Aber du kannst sie auch verlieren.
Verlieren tust du sie, wenn du Sinn, Beziehung, Beweis und Befähigung nicht ernst nimmst – und wenn du die Adoption‑Leiter nur bis zur Stufe „Aufmerksamkeit“ gehst.
Wenn du intern nicht vermarktest, vermarktet der Flurfunk. Und dann bist du nicht mehr Projektleitung – du bist Gerüchte‑Feuerwehr.
Das wünsche ich dir nicht. Wirklich nicht.
Bis zum nächsten Mal.
Jörg Tausendfreund
Projektmanagement-Erklärer & Projekt-Marketer
P.S.: Wenn dir jemand sagt „Wir müssen das nicht so groß machen, die werden sich schon dran gewöhnen“, dann nick freundlich – und frag: „Woran genau erkennen wir in vier Wochen, dass sie es wirklich nutzen – und nicht nur darüber reden?“ Danach siehst du sehr schnell, ob ihr Projektmarketing habt… oder nur Hoffnung.




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